Wer sind wir?

Am 12. Juli 1994 haben sich in Würzburg verschiedene Angehörige psychisch Kranker zu einem Verein zusammengeschlossen.

Eine psychische Erkrankung trifft niemals nur den „Betroffenen“ allein, sondern immer auch die unmittelbaren Angehörigen und Freunde. Vor allem bei schwerkranken Patienten bleibt die engere Familie der Lebensraum und oft die einzige Zufluchtsstätte.

Psychische Erkrankungen verlangen von den Angehörigen bei der Begleitung ein hohes Maß an Verständnis, Geduld und Wissen. Sie müssen sich in eine fremde Erlebniswelt hineindenken und Verantwortung für einen zeitweilig in seinen Alltagsfähigkeiten eingeschränkten Menschen übernehmen. Alleine auf sich gestellt schafft das kaum jemand. Insbesondere bei Ersterkrankungen tunt sich die Angehörigen außerordentlich schwer, das veränderte Verhalten überhaupt als Krankheit zu verstehen und entsprechend damit umzugehen. Die immer noch in der Gesellschaft kursierenden Vorurteile belasten sie zusätzlich.

Eltern, Kinder, Partner erleben die Symptome der psychischen Ernkrankung hautnah und leiden mit, vieles verunsichert und unberechtigte eigene Schuldgefühle quälen sie. Angst vor Vorurteilen und Scham veranlassen so manche betroffene Familie, sich von allem zurückzuziehen. Die psychischen, sozialen und oft auch finanziellen Belastungen der Angehörigen sind enorm.

Verständnis und Hilfe von außen werden jedoch den betroffenen Familien selten zuteil. Daher haben sich Angehörige im bayerischen Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker und in seinen Angehörigen-Selbsthilfegruppen und -vereinen zusammengeschlossen als Orte, wo sich Menschen in ähnlicher Situation austauschen und über ihre Sorgen und Nöte in vertraulicher Umgebung reden können.

Es ist nicht leicht, mit psychisch kranken Menschen zu leben – das wissen wir alle – und es ist schon ganz und gar nicht leicht, sich auf diese Krankheiten einzustellen und die veränderte Situation zu akzeptieren. Aber: gemeinsam schaffen wir es!

Und: Nur in einem mitgliederstarken und aktiven Angehörigenzusammenschluss werden wir Gehör finden und Einfluss auf das Versorgungssystem nehmen können!

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